Christliche Glaubensausprägung und das Verfassen einer Patientenverfügung – Eine Befragung zum Thema „Patientenverfügung“ in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Hamburg

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Glaube , Christentum , Patientenverfügung , Verbraucherzentrale Hamburg , Befragung
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Einleitung Die vorliegende Arbeit verortet sich als „Teilthema“ in einem von der Verbraucherzentrale Hamburg durchgeführten Projekt zum Thema „Patientenverfügung / Vorsorgevollmacht / Betreuungsverfügung“. Der Schwerpunkt wird dabei auf christliche Religiosität gelegt, wobei es um die Frage geht, ob und wenn ja inwiefern die Glaubensausprägung einen Einfluss auf die Einstellung zum Verfassen / Nicht-Verfassen einer Patientenverfügung bei Christen ausübt. Methodik In einer quantitativen Bevölkerungsbefragung wurden 107 Christen im Alter zwischen 40 und 99 Jahren befragt. Die Befragungen erfolgten von Anfang April bis Mitte Mai 2017 und wurden in Kirchengemeinden und Krankenhäusern verschiedener Stadtteile Hamburgs durchgeführt. Das Messinstrument, ein teilstandardisierter Fragebogen, wurde in zwei Versionen angefertigt: „Version A – Ich besitze eine Patientenverfügung“ und „Version B – Ich besitze keine Patientenverfügung“. Basierend auf dem Modell „Fünf Dimensionen der Religiosität“ wurden entsprechende Fragen zur Ermittlung intrinsischer / extrinsischer Religiosität eingesetzt. Die Auswertung erfolgte mit IBM SPSS Statistics 23. Ergebnisse Die wenigsten der Befragten besitzen eine Patientenverfügung und auch die wenigsten kennen die Möglichkeit der Christlichen Patientenvorsorge. Weiter deuten die Ergebnisse darauf hin, dass intrinsisch religiöse Menschen eher eine Patientenverfügung verfassen als extrinsisch religiöse Menschen. Die Befürwortung der Kirche, eine Patientenverfügung abzuschließen, hat keinen Einfluss auf die persönliche Motivation, eine Patientenverfügung zu verfassen. Ebenso scheinen internale und externale Kontrollüberzeugungen keinen Einfluss hierauf auszuüben. Dennoch lässt sich aufgrund der Ergebnisse vermuten, dass Menschen mit höherem Selbstvertrauen seltener eine Patientenverfügung abschließen als Personen mit geringerem Selbstvertrauen. Diskussion Es ist zu empfehlen, das Thema Patientenverfügung / Christliche Patientenvorsorge im Rahmen der Aufklärung innerhalb kirchlicher Institutionen vermehrt aufzugreifen. Wie bereits von Boos-Nünning (1972) und Pollack & Müller (2013) festgestellt, verweisen auch hiesige Untersuchungsergebnisse auf eine Abkehr von „traditioneller Religion“ hin zur „alternativen Spiritualität“. Eine damit einhergehende Individualisierung der Religiosität macht es folglich schwierig, das Konstrukt Religiosität empirisch und vor allem quantitativ zu messen.

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