Unterstützungsmöglichkeiten bei Demenz im ländlichen Raum – eine qualitative Analyse subjektiver Bedarfe aus der Perspektive der Angehörigen

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Dokumentart: Diplomarbeit, Magisterarbeit, Master Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Unterstützung , Demenz , Ländlicher Raum
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Hintergrund und Ziele: Ländliche Räume sind zukünftig besonders stark von Alterung und einer veränderten Bevölkerungsdynamik betroffen. Durch diese Veränderungen steigt auch die Zahl altersspezifischer Erkrankungen, eine davon ist Demenz. Kognitive, soziale und emotionale Veränderungen und ein Abbau des Gehirns führen bei Demenz langfristig zu Pflegebedürftigkeit. Es sind vor allem Familienmitglieder, die Pflege und Sorge übernehmen. Zur Erleichterung des Alltags der Pflegenden gibt es verschiedene Hilfe- und Unterstützungsangebote. Über Nutzungsverhalten und subjektive Bedarfe von pflegenden Angehörigen von Menschen mit einer Demenz im ländlichen Raum weiß man bisher jedoch nur wenig. Ziel der Arbeit ist daher, einen Überblick über Alltag und Unterstützungssituation von pflegenden Angehörigen zu erlangen sowie individuelles Nutzungsverhalten, Wünsche zu bestehenden Angeboten und Hinweise über zusätzliche Bedarfe zu identifizieren. Methoden: Dazu wurden im Juli 2017 fünf qualitative, leitfadengestützte Interviews mit Angehörigen geführt, die regelmäßig eine nahestehende Person mit Demenz pflegen und betreuen. Zielregion war der Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein. Ergebnisse: Pflegende Angehörige nutzen informelle und professionelle Unterstützung in unterschiedlichem Ausmaß, übernehmen den Hauptanteil der Sorge jedoch selbst, indem sie ihre Angehörigen in der Häuslichkeit pflegen. Sie sehen Pflege nicht nur als Belastung, sondern auch als Bereicherung an. Schlechte Erfahrungen mit ambulanten Pflegediensten und Heimen halten sie aber davon ab, professionelle Pflege in größerem Umfang in Anspruch zu nehmen. Die Pflegenden wünschen sich eine bestmögliche Unterstützung in der eigenen Häuslichkeit und vor allem den Ausbau nicht-pflegerischer Hilfe in Haushalt und Garten. Beides wird bisher nur selten angeboten. Schlussfolgerung: Pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz kennen und nutzen eine Vielzahl verschiedener Angebote, nicht alle entsprechen dabei ihren Bedarfen. Wissenschaft und Praxis müssen ländliche Räume zukünftig stärker fokussieren, um auch dort eine bedarfsgerechte Versorgung und Unterstützung informell Pflegender gewährleisten zu können.

Kurzfassung auf Englisch:

Background and Aims: In the future rural areas will be particularly burdened by ageing and significant changes of the population dynamics. Due to these changes the number of age-related diseases will increase. One of these diseases is dementia. Cognitive, social and emotional changes and a reduction of brain functions will lead to a need of care. Most commonly close family members take over the care and support. To make their daily lives easier, a wide range of support offers exist, nevertheless not much is known about the usage behaviour as well as the subjective needs of caregiving family members of people with dementia living in rural areas. Therefore the aim of this work is to get a general idea of the daily routine, the individual usage behaviour, wishes and needs of the informal caregivers regarding support offers. Methods: To reach the formulated aim five qualitative guideline-interviews with caregiving family members were conducted in July 2017. The target area was the rural part in the district Segeberg in Schleswig-Holstein, Germany. Results: Informal caregivers use a wide range of informal and professional support but with different extend. The major proportion of care is thereby overtaken by the caregivers themselves and in their domesticity. Care is not only seen as a burden but as well as an enrichment in life. Bad experiences with home care services and in care homes keep them from making use of professional care offers. Instead the caregivers wish to be supported in their own domesticity under the best conditions possible. Furthermore they want informal support in household and garden to be strengthened. Both is not offered so far. Conclusion: Informal caregivers of people with dementia know and use a wide range of different support offers, still not all of them meet their needs. There is a future need for research and practice to extend their focus on rural areas to guarantee and provide needbased support for informal caregivers.

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