Burnout-Syndrom: Epidemiologie, Ökonomie und arbeitsweltbezogene Präventionsmaßnahmen

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2017
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Burnout-Syndrom , Epidemiologie , Ökonomie <Begriff> , Prävention , Maßnahme
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Psychische Erkrankungen, die als die zweithäufigste Ursache von Arbeitsun-fähigkeit in der modernen Arbeitswelt gelten, nehmen stetig zu. Das führt zur Kostensteige-rung für Gesellschaft und Unternehmen. Immer mehr Beschäftigte sind einer hohen Arbeits-belastung und einem enormen Druck ausgesetzt. Im Laufe der Zeit kann chronischer Stress Auslöser für Burnout werden. In den medizinischen Klassifikationsmanualen fehlen einheitli-che Diagnosekriterien für das Burnout-Syndrom. Deshalb müssen MedizinerInnen dies auf verschiedene Weise diagnostizieren. Genaue Angaben zur Häufigkeit von Burnout sind des-halb kaum möglich statistisch zu erfassen, um die Gründe sowie die Folgen zu erforschen und arbeitsbezogene Präventionsansätze rechtzeitig anzuwenden. Zielsetzung: Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, vor dem Hintergrund der derzeitigen For-schungslage zur Epidemiologie von Burnout die ökonomischen Auswirkungen auf das Ge-sundheitswesen und die Volkswirtschaft im Allgemeinen vorzustellen sowie entsprechende arbeitsbezogene Präventionsmaßnahmen aufzuzeigen. Methode: Die dargestellte systematische Literaturrecherche erörtert zunächst die Entste-hungsfaktoren, Verläufe und Prognosen von Burnout und gibt einen Einblick in vielfältige Erklärungsansätze. Zur Erfassung der wirtschaftlichen Belastungen stellt sie Zahlen und An-gaben verschiedener Akteure des Gesundheitswesens einander gegenüber. Weiterhin bietet sie eine kritische Würdigung relevanter Präventionsformen, die in der aktuellen Burnout-Forschung diskutiert werden. Als ein grundlegendes Hindernis für die wissenschaftliche Un-tersuchung von Burnout werden die unklaren Diagnosemöglichkeiten festgestellt. Ergebnisse: Die mangelhafte Datenlage und eine fehlende internationale valide Definition erschweren die Erfassung der Problematik. Aus dieser systematischen Literaturrecherche geht hervor, dass es weiterhin keinen ICD-Code für Burnout gibt, deshalb kann das Ausmaß wirtschaftlicher Auswirkungen nicht exakt beziffert werden. Annähernde Berechnungen wei-sen auf enorme und zukünftig weiter steigende Kostenbelastungen hin. Insgesamt fehlen in der Forschung notwendige hochwertige Langzeitstudien und Präventionsansätze auf Verhal-tens- und Verhältnisebene, die getestet, rechtzeitig eingesetzt und evaluiert werden müssen. Die Untersuchung zeigt, dass verschiedene Maßnahmen auf individueller und organisations-bezogener Ebene bestehen, wobei Aspekte der Nachhaltigkeit und Wirkung in der Literatur nicht abschließend diskutiert werden. Diskussion: Die Betrachtung des Burnout-Syndroms bezieht sich auf Deutschland. In dieser Arbeit wurden ausschließlich deutsch- und englischsprachige Literaturquellen eingeschlos-sen. Trotz fehlender Definition und medizinischer Codierung konnte aber eine grobe Schät-zung der Behandlungskosten mithilfe einer österreichischen Studie vorgenommen werden. Auswertbare Daten von Diagnosen mit Burnout verdächtigen Symptomen durch Kranken-kassen und MedizinerInnen sind nicht öffentlich zu erhalten und deshalb hier nicht berück-sichtigt. Jedoch wurde hier die erhebliche Bedeutung von Kostensteigerungen für Betriebe und Gesellschaft sowie die Relevanz von Präventionsmaßnahmen thematisiert, um die Not-wendigkeit für weitere Forschung des Burnout-Syndroms zu verdeutlichen. Fazit und Ausblick: Das Fazit dieser Arbeit ist, dass Burnout ein gravierendes, aber noch immer schwer fassbares Problem bleibt. Zurzeit gibt es nur wenig aussagekräftige und weiter erforschte Präventionsansätze. Burnout sollte unbedingt als Erkrankung anerkannt und in-nerhalb der ICD und DSM eingeordnet werden. Insgesamt zeigt der Anstieg der Arbeitsunfä-higkeitstage durch psychische Belastungen für die Volkswirtschaft und das Gesundheitswe-sen, dass hier noch erheblicher Forschungsbedarf besteht. Dabei birgt der rechtzeitige Ein-satz entsprechender Präventionsangebote möglicherweise das Potenzial, künftige Behand-lungskosten zu senken.

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