PrEP als Primärpräventionsmaßnahme bei HIV/AIDS - Akzeptanz und Effektivität der Präexpositionsprophylaxe bei Risikogruppen

URL
Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Gesundheitswissenschaften
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Aids , Deutschland / Bundesministerium für Gesundheit <2005-> , Primärprävention , HIV , Akzeptanz , Effektivität , Prävention , Sucht / Prophylaxe ,
DDC-Sachgruppe: Medizin, Gesundheit

Kurzfassung auf Deutsch:

Präventionsstrategien sind essentieller Bestandteil der heutigen Medizin, um die HIV-Epide-mie langfristig eindämmen zu können. Trotz dieser diversen und etablierten Präventionsstra-tegien stellt HIV/AIDS auch heutzutage noch immer ein globales Gesundheitsproblem dar. Während Versuche, prophylaktische Impfungen zu etablieren, bislang nur mit mäßigem Erfolg unternommen wurden, zeigen neben den herkömmlichen Strategien, wie Aufklärung oder Kondomgebrauch, eine Vielzahl medizinischer Maßnahmen Wirkung. Um den seit langen stagnierenden Neuinfektionszahlen in Deutschland entgegenzuwirken, wurde daher im Okto-ber 2016 die Präexpositionsprophylaxe (PrEP), in Form des Kombinationspräparates aus Em-tricitabin/Tenofovirdisoproxil, als neuartige Präventionsmaßnahme zugelassen und stellt so-mit eine weitere Option einer HIV-Prävention in Situationen, in denen keine klassische Prä-vention mittels Kondomen oder Enthaltsamkeit möglich ist, dar. In Deutschland und Europa bilden vor allem Männer, die Sex mit Männern (MSM) praktizieren die Hauptrisikogruppe. Im Bereich der HIV-Bekämpfung konnte der Präexpositionsprophylaxe für Personen mit einem HIV-negativen Status mit erhöhtem Risikoverhalten in diversen Studien, wie zum Beispiel der PROUD-Studie aus England eine hohe Wirksamkeit von bis zu 86 % bei kontinuierlicher Ein-nahme nachgewiesen werden. Und auch bei der anlassbezogenen PrEP-Strategie (PrEP on demand) wurde mithilfe der IPERGAY-Studie bei MSM eine 86-prozentige Reduktion der HIV-Inzidenz festgestellt. Neben der hohen Effektivität bei Therapietreue, konnte zudem eine hohe Akzeptanz in der MSM-Community nachgewiesen werden. Die Nutzung von PrEP ist bereits weit verbreitet, wie unter Anderem die Daten der PRIDE-Studie der Universität Essen zeigen. Ende 2018 griffen bereits 4.500 Personen aus der Risikogruppe auf die PrEP zurück. Weitere Studien zeigen, dass die Akzeptanz in Deutschland bis zum Jahr 2030 weiter steigen könne und somit nahezu 9.000 HIV-Neuinfektionen verhindert werden könnten. Um diese Zahlen zu erreichen, ist eine Erstattung seitens der Kostenträger unabdingbar. Durch die Kostenüber-nahme wird Personen spezieller Risikogruppen ein gehaltsunabhängiger Zugang zur HIV-Prophylaxe eröffnet und ermöglicht, dass auch Geringverdiener von den Vorteilen der Präex-positionsprophylaxe profitieren. Aufgrund der bisherigen PrEP-Erfolge werden diesbezüglich auch weiterhin Forschungsergebnisse, Evaluationen und Neuerungen im Hinblick auf Sub-stanzen, Einnahmeformen und Strategien der PrEP erwartet.

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