Kontaminationsverschleppung über Ausrüstungsgegenstände von Feuerwehrleuten von der Brandstelle in die Feuerwehrfahrzeuge

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Medizintechnik
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Kontamination , Verschleppung , Ausrüstung , Gegenstand , Feuerwehr , Fahrzeug , Brand
DDC-Sachgruppe: Soziale Probleme, Sozialdienste, Versicherungen

Kurzfassung auf Deutsch:

Feuerwehrleute sind bei der Brandbekämpfung vielen unterschiedlichen Schadstoffen ausgesetzt, zu denen auch die Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) gehören. Diese entstehen in jeder Phase eines Brandes durch unvollständige Verbrennungen. Internationale Studien haben ergeben, dass Feuerwehrleute PAK ausgesetzt sind und ein Krebsrisko für Feuerwehrleute, zumindest für einige Krebsarten, besteht. So erhält das Thema Einsatzhygiene und Kontaminationsverschleppung in der deutschen Feuerwehr und der Feuerwehr weltweit einen immer größeren Stellenwert. Um dieses Thema näher zu beleuchten, wurden in dieser Arbeit PAK, die bei der Verbrennung entstehen, ermittelt und die Taktik der Feuerwehr untersucht. Ausrüstung und Innenausstattung der Mannschaftskabinen wurden mit Hilfe einer Wischprobennahme über einen Zeitraum von vier Wochen mehrfach auf PAK-Ablagerungen beprobt und analysiert. Es wurden Handlampen, Faustmikrofone der Handfunkgeräte und die Einstieggriffe von zwei Hamburger Löschfahrzeugen beprobt, eines davon jeweils vor und nach einer Reinigungsprozedur. Die Ergebnisse zeigen, dass die beschriebenen Ausrüstungsgegenstände von Feuerwehrleuten sowie die Einstieggriffe der Feuerwehrfahrzeuge durch die Brandbekämpfung unterschiedlich stark mit PAK belastet wurden. Dabei waren die Handlampen in allen Fällen am stärksten kontaminiert (im Mittel: Handlampen: 13,75 pg/cm2, Faustmikrofone der Handfunkgeräte: 9,26 pg/cm2, Einstieggriffe: 1,04 pg/cm2). Nach einem intensiven Brandeinsatz (HLF A Woche zwei) war die PAK-Konzentration kurzfristig mehr als das Vierfache erhöht. Es konnte auch ermittelt werden, dass die Reinigung des Löschfahrzeuges und der Ausrüstung die PAK-Menge um bis zu 50 % reduzierte (Handlampen) und somit, insbesondere an den Handlampen nach einem Brandereignis, ein gutes Vorgehen sein kann, um die Exposition gegenüber PAK zu verringern. Unterschiedliche Reinigungsverfahren sollten in weiteren Studien untersucht werden, um das effektivste Verfahren zu finden. Die PAK-Menge der Faustmikrofone der Handfunkgeräte konnten durch die Reinigung nicht signifikant reduziert werden, was vermutlich an der rauen Oberfläche liegt. Deshalb sollten auch weitere Ausrüstungsgegenstände untersucht werden, um zu ermitteln, bei welchen eine Reinigung effektiv ist, bzw. ob ein anderes Reinigungsverfahren eingesetzt werden muss. Mit der Reinigung konnten insbesondere auch die PAK mit kanzerogener Aktivität um 11 (Benzo(a)pyren) bis 75 % (Benzo(a)anthracen) reduziert werden. In Kombination mit Konzepten, wie dem Skellefteå Modell (schwedisches Konzept zur Verbesserung der Einsatzstellenhygiene und der Schwarz-Weiß-Trennung), dem Concord Modell (amerikanisches Konzept der Initiative „Healthy Fire Fighters“ zur Verbesserung der Einsatzstellenhygiene und der Schwarz-Weiß-Trennung), der Vor-Ort-Dekontamination oder der Trennung von kontaminierter und nicht-kontaminierter Einsatzkleidung und Ausrüstung kann so eine effektive Einsatzstellenhygiene eingeführt und die Gefahr der Kontaminationsverschleppung reduziert werden. Dennoch sollten auch in diesem Bereich in weiteren Studien neue Konzepte entwickelt oder bestehende überarbeitet werden, um für das deutsche Feuerwehrsystem, auch für kleine Feuerwehren, eine funktionierende Einsatzstellenhygiene zu etablieren.

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