Die Wahrnehmung deutscher Verbraucher von In-vitro-Fleisch als Alternative zur konventionellen Fleischherstellung – eine empirische Analyse der Chancen und Herausforderungen

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Dokumentart: Bachelor Thesis
Institut: Department Ökotrophologie
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Wahrnehmung , Verbraucher , Deutschland , In-vitro-Fleisch , Fleischproduktion , Alternative , Handlungsalternative , Analyse , Zufall
DDC-Sachgruppe: Landwirtschaft, Veterinärmedizin

Kurzfassung auf Deutsch:

Die Bedienung der global ansteigenden Nachfrage nach Fleisch und Fleischerzeugnissen stellt eine große Herausforderung dar. Die Produktionskapazitäten haben schon heute nahezu ihr Maximum erreicht. Dies ist vor allem dadurch begründet, dass die Viehzucht eine große Menge begrenzter Ressourcen - wie Agrarlandfläche und Wasser - benötigt und dadurch einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Umwelt hat. Es müssen deshalb zukünftig Alternativen zur Nutztierhaltung für die Erzeugung von Fleisch gefunden werden. Ein Lösungsansatz stellt dabei das In-vitro-Fleisch (IVF) dar. IVF wird durch künstlich gezüchtete Muskelstammzellen gewonnen, die innerhalb weniger Wochen zu verzehrfähigem Muskelgewebe heranwachsen. In dieser Arbeit werden sowohl Chancen als auch Herausforderungen durch IVF dargestellt. Die größte Chance der IVF-Forschung bestehet darin, Tierleben zu schützen, da für die Züchtung von IVF keine bzw. nur sehr wenige Tiere sterben müssten. Als weitere Chancen erwiesen sich zudem vor allem der prognostizierte, deutlich geringere ökologische Fußabdruck sowie mögliche positive Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen. Es zeigten sich jedoch insbesondere in Bezug auf das sensorische Profil sowie das eingesetzte Wachstumsserum noch einige Herausforderungen. Zudem stellen die aktuellen Kosten für die Herstellung von IVF derzeit noch ein großes Problem dar. Da die Akzeptanz der Verbraucher ein wesentlicher Erfolgsindikator von IVF ist, bestand ein weiteres Anliegen dieser Arbeit darin, die Wahrnehmung der Verbraucher in Bezug auf IVF zu ermitteln. Dafür wurde eine quantitative Online-Umfrage deutscher Verbraucher durchgeführt. Die Umfrage zeigte einerseits einen bereits hohen Bekanntheitsgrad von IVF. Dieser war besonders bei Personen, die sich fleischlos ernähren, zu beobachten. Ebenso war eine hohe Probierbereitschaft zu erkennen, welche sich jedoch besonders bei Personen, die sich omnivor ernähren, zeigte. Die Teilnehmer nahmen zwar einige positive Eigenschaften von IVF wahr, wie beispielsweise die geringere Klimabelastung und Ressourcenschonung, jedoch konnten auch einige Bedenken der Verbraucher aufgezeigt werden die insbesondere die Sensorik und die Natürlichkeit von IVF betrafen. Diese Bedenken schränkten möglicherweise auch die Kauf- und die Zahlbereitschaft der Verbraucher ein, welche in dieser Erhebung deutlich geringer ausfielen.

Kurzfassung auf Englisch:

Serving the globally increasing demand for meat and meat products seems to be a major challenge in future. The production capacities have already reached their maximum today. This is mainly due to the fact that livestock farming requires a large amount of limited resources - such as agricultural land and water - and thus has a significant negative impact on the environment. Therefore, alternatives need to be found that resolve the problems of livestock farming. One approach is cultured meat. Cultured meat is derived from artificially bred muscle stem cells that grow into consumable muscle tissue within a few weeks. In this paper, both opportunities and challenges of cultured meat are presented. The biggest opportunity of cultured meat is to protect animal life. This is due to the fact that no or just very few animals would need to die for the production of cultured meat. In addition, the predicted significantly lower ecological footprint and possible positive effects on human health also proved to be further opportunities. However, there were still some challenges, especially regarding the sensory appeal and the growth serum that is used to grow the cells. In addition, the current costs of manufacturing cultured meat are a big problem. As consumer acceptance is a key indicator for the success of cultured meat, another aim of this paper was to identify consumers perceptions towards cultured meat. For this purpose, a quantitative online survey of German consumers was performed. This survey showed that cultured meat was already well known. This was particularly observed for people who do not eat meat. There was also a high willingness to try cultured meat, which showed especially within the omnivores. Although the participants perceived some of the positive aspects of cultured meat, such as reduced environmental impact and resource conservation, there were also some perceived concerns regarding the sensory and naturalness of cultured meat. These concerns may also limit consumers’ willingness to buy cultured meat or pay more as for traditionally manufactured meat. These aspects were rated very low in this survey.

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