Developing Sustainable Port-City Relationships in Europe : An Institutionalist Analysis of Waterfront Projects Governance in Lisbon

Entwicklung nachhaltiger Hafen-Stadt-Beziehungen in Europa : Eine institutionalistische Analyse der Governance von Waterfront-Projekten in Lissabon

URN urn:nbn:de:gbv:1373-opus-5286
URL
Dokumentart: Dissertation
Institut: Stadtplanung
Hauptberichter: Schubert, Dirk
Sprache: Englisch
Tag der mündlichen Prüfung: 23.05.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Hafen , Hafenstadt , Litoral , Stadt , Stadtplanung , Governance , Institutionalismus , Lissabon , Kreuzfahrt , Europa , Nachhaltigkeit
Freie Schlagwörter (Englisch): Port City , Institutionalism , Governance , waterfront , urban planning , sustainability
DDC-Sachgruppe: Landschaftsgestaltung, Raumplanung

Kurzfassung auf Englisch:

In Lisbon, the location of the port in the urban waterfront has generated controversy and debate, particularly since the late 1980s. New waterfront projects have reignited the discussion, raising awareness to an urban and regional planning issue: the port-city relationship in cities in which the port remains within the urban fabric. This issue is visible in more port cities around the globe. The port-city relationship has been studied from different perspectives, often following the rationale of port relocation. However, it has been demonstrated that in many cases port and cities remain in contact. Hence, the quest for sustainable port-city relationships remains a conundrum in which conflicting interests are at play. In this research, we follow the recent conceptualization of the port as a community of actors operating together for shared interests, emphasizing the issue of governance, the relations between the actors and the rules that guide them. For this reason, our main goal is to identify and determine which are the main rules governing the port-city relationship, particularly the role of the port authority as key actor, and if these rules allow an effective quest for long term sustainability. We address this goal in our main research questions: What rules and actions govern waterfront projects in European port cities? and To what extent do these projects (re)produce sustainable port-city relationships? To answer these questions, we structured the research in three main stages. In all stages of the research we relied on the field literature, on legal and planning documents, and on interviews with international experts and local actors, particularly in the case studies. We initially analyse the existing theoretical explanations of the port-city relation based on the territory to later focus on the most recent conceptualizations focalized on the actors. This epistemological change prompted us to adopt institutional theory and actor-centered institutionalism as theoretical approach to analyse the port-city relationship in Europe. In this theoretical approach, institutions are considered the written and unwritten rules that guide social interactions. In a second stage we focus on six European port cities to understand the different approaches to waterfront projects and the role the port authorities played in them. We emphasize the contrast between path following cases and those that innovate and look for new hybrid approaches. In these innovative approaches, the port authority must go beyond the traditional interpretation of the legal boundaries and social expectations. In the third stage we concentrate on the main case study, Lisbon, analysing three waterfront projects in depth. In these three focus projects we can see the effect of institutions in detail, study the social expectations for the waterfront and confirm how the laws prioritize economic results over other dimensions of sustainable development In the conclusion of the research we confirm that two institutions affect the quest for sustainable port-city relationship, supported by laws and social expectations: the conservative conception of the scope of the port authority, exclusively focused on economic and logistic results, and the “post-modern waterfront imaginary”. Finally, we reflect on the research findings and provide practical recommendations to improve the relationship between ports and cities.

Kurzfassung auf Deutsch:

In Lissabon hat die Lage des Hafens in der innenstädtischen Ufergegend insbesondere seit den späten 1980er Jahren zu zahlreichen Kontroversen und Diskussionen geführt. Neue Projekte an der Wasserkante haben diese Diskussion neu entfacht und das Bewusstsein für ein Problem der Stadt- und Regionalplanung geschärft, das über den lokalen Kontext der portugiesischen Hauptstadt hinausgeht: die Hafen-Stadt-Beziehung in Städten, in denen der Hafen im urbanen Stadtgefüge verbleibt. In bisherigen Studien wurde zumeist von einer künftigen Verlagerung des Hafens in die Randbezirke ausgegangen. Jedoch kann man an vielen Fallbeispielen sehen, dass Häfen und Städte auch nach einer Verlagerung des Hafens oftmals dennoch verbunden bleiben. Daher ist die Suche nach nachhaltigen Hafen-Stadt-Beziehungen nach wie vor ein Anliegen, bei dem widerstreitende Interessen eine Rolle spielen. In dieser Studie verfolgen wir die jüngste Konzeptualisierung des Hafens als eine Gemeinschaft von Akteuren, welche zusammen für vereinte Interessen wirken, befassen uns mit dem Problem der Steuerung, den Beziehungen der Akteure untereinander und den Regeln, die sie lenken. Unser Hauptziel besteht darin, die wichtigsten Regeln für die Beziehung zwischen Hafen und Stadt zu ermitteln. Der Fokus liegt dabei insbesondere auf der Rolle der Hafenbehörde als Schlüsselfigur, sowie auf der Frage, ob die ermittelten Regeln tatsächlich eine wirksame Umsetzung des Strebens nach Nachhaltigkeit ermöglichen. Auf dieses Ziel richten wir unsere Hauptforschungsfragen: Welche Regeln und Maßnahmen steuern Wasserfront-Projekte in europäischen Hafenstädten? und In welchem Umfang führen diese Projekte zu nachhaltigen Hafen-Stadt-Beziehungen? Um diese Fragen beantworten zu können, haben wir die Untersuchung in drei Hauptphasen gegliedert. In allen Phasen der Untersuchung stützen wir uns auf empirische Literatur, Rechts- und Planungsdokumente, sowie, insbesondere in den Fallstudien, auf Interviews mit internationalen Experten und lokalen Akteuren. Wir analysieren zunächst die vorhandenen theoretischen Erklärungen der Hafen-Stadt-Beziehung anhand des Territoriums, um uns später auf jüngste Konzeptualisierungen zu konzentrieren, welche die Akteure im Fokus haben. Dieser epistemologische Wandel veranlasste uns dazu, die institutionelle Theorie und den akteurzentrierten Institutionalismus als theoretischen Ansatz für die Analyse der Hafen-Stadt-Beziehung in Europa heranzuziehen. In diesem theoretischen Ansatz werden Institutionen als geschriebene und ungeschriebene Regeln betrachtet, welche die sozialen Interaktionen lenken. In einem zweiten Schritt konzentrieren wir uns auf sechs europäische Hafenstädte, um die unterschiedlichen Herangehensweisen für Projekte an der Wasserkante und die Rolle, die die Hafenbehörde dabei gespielt hat, zu verstehen. Wir arbeiten den Kontrast zwischen Ansätzen mit klassischer und denen mit innovativer Herangehensweise heraus und erforschen, inwieweit man diese zu einem hybriden Ansatz vereinigen könnte. Solch innovative Ansätze erfordern eine weiter gefasste, weniger strikte Auslegung der Gesetze, sowie ein Überschreiten konservativer sozialer Erwartungen durch die Behörde. In der dritten Phase konzentrieren wir uns auf die Hauptfallstudie Lissabon, in welcher drei Wasserprojekte ausführlich analysiert werden. In diesen drei Analyseeinheiten können wir die Auswirkungen von Institutionen im Detail veranschaulichen, die sozialen Erwartungen für die Ufergegend untersuchen und nachweisen, wie Gesetze wirtschaftlichen Ergebnissen Vorrang vor anderen Dimensionen nachhaltiger Entwicklung gewähren. Im Fazit der Untersuchung bestätigen wir, dass zwei Institutionen das Streben nach einer nachhaltigen Hafen-Stadt-Beziehung beeinflussen: Die konservative Konzeption des Geltungsbereichs der Hafenbehörde, die sich ausschließlich auf wirtschaftliche und logistische Ergebnisse konzentriert und die postmoderne Wasserfront-Imaginäre, welche durch Gesetze und soziale Erwartungen gestützt wird. Abschließend reflektieren wir diese Forschungsergebnisse und geben praktische Empfehlungen zur Verbesserung der Beziehung zwischen Häfen und Städten.

Hinweis zum Urheberrecht

Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datenenetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das Urheberrechtsgesetz (UrhG). Insbesondere gilt:

Einzelne Vervielfältigungen, z.B. Kopien und Ausdrucke, dürfen nur zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch angefertigt werden (Paragraph 53 Urheberrecht). Die Herstellung und Verbreitung von weiteren Reproduktionen ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Urhebers gestattet.

Der Benutzer ist für die Einhaltung der Rechtsvorschriften selbst verantwortlich und kann bei Mißbrauch haftbar gemacht werden.