Gestaltkonfiguration und Verantwortung

Gestaltconfiguration and Responsibility

URN urn:nbn:de:gbv:1373-opus-5341
URL
Dokumentart: Dissertation
Institut: Architektur
Hauptberichter: Willkomm, Wolfgang
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 06.06.2019
Erstellungsjahr: 2019
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Architektur , Gestalt , Verantwortung
Freie Schlagwörter (Deutsch): Konfiguration , Mass Customization , Proportion
Freie Schlagwörter (Englisch): Configuration , Mass Customization , Proportion
DDC-Sachgruppe: Architektur

Kurzfassung auf Deutsch:

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Teilautomatisierung von Kundengesprächen durch digitale Werkzeuge als Mittel der Neu- und Ausgestaltung von Gestaltgebungskooperationen zwischen Produktdesigner_innen, Baugestalter_innen, handwerklichen Produzent_innen sowie Vermarkter_innen auf der einen und deren Kund_innen auf der anderen Seite. Diese Gestaltgebungskooperationen werden am Beispiel proportionsoptimierter Produktansichten exemplarisch betrachtet. Dabei stehen insbesondere sogenannte (digitale) Produktkonfiguratoren im Fokus; digitale Systeme, die u. a. die Eingabe von Parametern durch Nutzer_innen erlauben und dann individuelle Instanzen von kundenspezifisch anpassbaren Serienprodukten bereitstellen, z. B. als digitale Repräsentationen und/oder als Produktionsdatensätze. Speziell geht es um solche Produktkonfiguratoren, die responsiv auf Kundenwünsche mit der Rückgabe von alternativen Möglichkeiten der Gestaltgebung von Produkten und architektonischen Bauteilen reagieren. Diese Systeme werden bezüglich ihrer Vorschlagserzeugung durch digitale Algorithmen und der verschiedenen Möglichkeiten ihrer Konzeption sowie der Aspekte ihrer betrieblichen Implementierung diskutiert. Hier wird besonderes Augenmerk auf ästhetikbezogene Gestaltkategorien gelegt, sowie auf den Umgang mit aus diesen begründeten Einschränkungen und Regeln, durch welche eine automatisierte digitale Responsivität als Teil von Gestaltgebungsprozessen in Kooperationen erst ermöglicht wird. Im Rahmen der Ermittlung von Beispielalgorithmen für mögliche Abläufe von Kundendialogen in digital gestützten Gestaltgebungskooperationen wurden mehrere Methoden und dazugehörige Software entwickelt, die in den jeweiligen Kapiteln vorgestellt werden. Dazu gehören eine Makroprogrammierung zur Unterstützung qualitativer Inhaltsanalysen und ein Programm zur Erstellung von Ablaufdiagrammen auf Basis von Textverdichtungen in einer spezifischen Syntax. Letzteres ist Teil der Auswertungen narrativer leitfadengestützter Interviews mit Expert_innen und erlaubt den halbautomatisierten Vergleich von Ablauf-diagrammen zur Identifikation wiederkehrender Ablaufstrukturen sowie deren modulare Nutzung innerhalb einer weiteren als Teil der Arbeit entwickelten Software. Die besondere Form der qualitativen Inhaltsanalyse von Experteninterviews mit Übersetzung von Textteilen in derart codierte Ablaufdiagramme wird in diesem Zusammenhang erstmalig angewendet und stellt eine methodische Entwicklung dar, die über den Untersuchungsgegenstand hinausweist. Gleiches gilt für das als Rasteranalyse programmierte Proportionsanalysewerkzeug, das die Einbettung verschiedenster Proportionssysteme ebenso erlaubt wie die Setzung von Abweichtoleranzen.

Kurzfassung auf Englisch:

This research is concerned with digital tools as a means for semi-automized customer dialogue, reinventing as well as completing collaborative design scenarios; including product and building designers as well as marketing professionals on the one hand, and their customers on the other. These collaborative design scenarios are scrutinized in an exemplary fashion by focusing on the optimization of the proportions of products from front view. In doing so this work focuses on so-called (digital) product configurators; digital systems that allow for entering parameters on the part of users to finalize an instance of a mass customized design product, e.g. as a digital representation and/or a set of production data. Especially those product configurators are discussed that respond to customer desires concerning design and building products with recommendations of repair or perfected alternatives, based on user entries. These systems are discussed concerning their recommendation algorithms, the possibilities of their underlying overall conception and questions of implementation into business structures. Here the aesthetic aspects of Gestalt play the dominant role in the search for defining rules and constraints, crucial for collaborative design responsiveness. In the framework of generating examples of algorithms describing and depicting order-based procedures of collaborative design customer dialogues, several methods and accompanying software were developed, which are presented in the corresponding chapters of the text. These include a macro program to assist in qualitative content analysis, a program to transfer text-based grammar into graphic flow charts and a text processing tool to support first and second level categorization. The last two constitute a crucial part for a special qualitative content analysis of expert interviews allowing to identify recurring structures as well as the modular use of flow chart fragments within the last piece of software. This special method for qualitative content analysis containing the use of a grammar to transfer coded text into graphic flow chart representations has been put to use in this context for the first time and constitutes a method innovation with potential way beyond this research. The same goes for the grid analysis as a basis for a proportion analysis tool, which allows for the integration of any proportion grid as well as for setting tolerances on the part of the user.

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