Die Performance des Gerichts. Zwei künstlerische Forschungen mit Kindern

The Performance of the Court of Law. Two artistic research projects with children

Die Performance des Gerichts. Zwei künstlerische Forschungen mit Kindern

URN urn:nbn:de:gbv:1373-opus-5390
URL
Dokumentart: Dissertation
Institut: Kultur der Metropole
Hauptberichter: Peters, Sibylle
Sprache: Deutsch
Tag der mündlichen Prüfung: 07.11.2018
Erstellungsjahr: 2018
Publikationsdatum:
SWD-Schlagwörter: Rechtsprechung, Teilhabe , Kind , Theater , Aufführung, Performance <Künste>
Freie Schlagwörter (Deutsch): Gericht, Rechtsprechung, Teilhabe , Kinder , Künstlerische Forschung , Theater , Performance
Freie Schlagwörter (Englisch): Participation , Children , Artistic Research , Performing Arts, Performance, Art-based research
DDC-Sachgruppe: Theater, Tanz

Kurzfassung auf Deutsch:

In dieser künstlerisch-wissenschaftlichen Promotion beschäftige ich mich mit zwei künstlerischen Arbeiten, die in Auseinandersetzung mit der Performativität und Theatralität des Gerichts entwickelt wurden. Die künstlerischen Forschungsarbeiten führte ich in Zusammenarbeit mit Kindern durch. Ich betrachte das Gericht fachfremd, aus meiner Perspektive als Theaterwissenschaftlerin und Performancekünstlerin. Die vorliegende Arbeit setzt die Welten von Gericht und Theater auf unterschiedliche Weise zueinander in Beziehung, um zwischen ihnen Aufschluss über ihre jeweilige performative Seins- und Funktionsweise zu erhalten. In der künstlerischen Forschung waren die Beobachtungen der Kinder leitend, derer, die im Theater des Rechts keine eigene Stimme haben, diesem aber dennoch unterworfen sind. Dafür ging ich theoretisch zunächst von einer ethisch-politischen Befragung der künstlerischen Forschung mit Kindern im Theater aus, um im Zeichen von Walter Benjamins Engführung von ästhetischen und juridischen Problemen und unter Einbezug von Jacques Rancières politischen Überlegungen zum pädagogischen Unverhältnis Möglichkeiten eines kollektiven und kollaborativen Forschens mit Kindern darzustellen. Von diesen Überlegungen zu einer Poetik und Methodik der künstlerischen Forschung aus wende ich mich dann im zweiten Kapitel der „Szene des Gerichts“ zu. Welche Aspekte von räumlicher und zeitlicher Gestaltung sind aus der Perspektive des Theaters einer Betrachtung der Rechtsprechung zugrunde zu legen? Die folgenden beiden Kapitel beschreiben die praktische Begegnung dieser Institutionen in den beiden künstlerischen Projekten mit Kindern, wobei das erste das Theater ins Gericht und das zweite das Gericht ins Theater brachte. Die entsprechenden theoretischen Probleme, nämlich das Verhältnis von theatralem und bürokratischem Dispositiv der Rechtsprechung im ersten und Figurationen von Stellvertretung im zweiten Projekt, gingen aus den Erfahrungen der künstlerischen Forschung hervor, und zwar vor allem aus denen der Kinder. Diese vier Zugänge zum Verhältnis von Rechtsprechung und Theater bzw. zur Performance des Gerichts führe ich im Schluß zusammen im Spannungsfeld der Begriffe Theatralität und Performativität.

Kurzfassung auf Englisch:

In this artistic-scientific dissertation I'm concerned with two artistic research projects that developed in confrontation of performativity and theatricality of the court. I conducted the artistic research in collaboration with children. The jurisdiction I approach from an alien perspective, from my perspective as a theatre scholar and performance artist. The present work relates the worlds of court and theatre in different ways, in order to get information between them about their respective performative way of being and functioning. Court and theatre are placed in a relationship, making similarities and differences artistically and scientifically productive. For the artistic research, the observations of children were leading, of those who have no voice of their own in the Theatre of Law, but are nevertheless subject to it. In theory, I started with an ethical-political questioning of artistic research with children in the theatre, which, in the light of Walter Benjamin's close examination of aesthetic and juridical problems and including Jacques Rancière's political reflections on the pedagogical, develops possibilities to research with children in a collaborative and collective way. From these thoughts about my poetics and methodology, I turn in the second chapter to the scene of the court. Which aspects of spatial and temporal design are to be taken as the basis for a consideration of jurisprudence from the perspective of the theatre? The following two chapters describe the practical encounter between these institutions in two artistic projects with children, with the first bringing the theatre into court and the second bringing the court into the theatre. The corresponding theoretical problems, namely the relationship between the theatrical and bureaucratic dispositive of jurisprudence in the first project and figurations of representation in the second project, emerged from the experiences of artistic research, and above all from those of children. Concluding, I resume these four approaches to the relationship between jurisprudence and theatre – to the ›performance of the court‹ – from the viewpoints of the concepts of theatricality and performativity.

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